Regionale Produkte

Aktuelle Hinweise und Ankündigungen


Regionale Wertschöpfung, Produktion und Vermarktung Brandenburger Agrarerzeugnisse fördern

Potsdam, 15. November 2017. Brandenburgs Agrar- und Ernährungswirtschaft gehören zu den leistungsfähigen und strukturbestimmenden Wirtschaftszweigen im Land. Mit dem seit Jahren steigenden Interesse an Regionalprodukten wächst auch die Herausforderung, auf diesen Bedarf zu reagieren und insgesamt die Wertschöpfung zu erhöhen. Im Bericht zur „Regionalen Wertschöpfung, Produktion und Vermarktung Brandenburger Agrarerzeugnisse fördern“ gaben Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger und Wirtschaftsminister Albrecht Gerber im Kabinett einen Lagebericht zur Situation der heimischen Agrar- und Ernährungswirtschaft.
2016 erwirtschafteten die landwirtschaftlichen Produktionsbetriebe 733 Millionen Euro Bruttowertschöpfung. Zwar mag der Anteil der Landwirtschaft von 1,2 Prozent an der Bruttowertschöpfung der gesamten brandenburgischen Wirtschaft auf den ersten Blick gering erscheinen , jedoch ist dies doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt.
Mit rund 3.400 Unternehmen von der Land- und Ernährungswirtschaft, in Verbindung mit Logistik und Handel, zählt das Cluster Ernährungswirtschaft zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen Brandenburgs. Rund 58.000 Beschäftigten bietet dieser Bereich vor allem im ländlichen Raum Arbeit und Einkommen. Dem Trend zu Bio-Produkten folgend bewirtschaften Bio-Bauern etwa 10 Prozent der Landwirtschaftsfläche. Damit nimmt Brandenburg im bundesweiten Vergleich einen der Spitzenplätze ein.

Der Lagebericht listet am Ende vier Handlungsschwerpunkte auf, die in den kommenden Jahren bearbeitet werden sollen:

  1. Die Schließung von Wertschöpfungsketten und die Sicherung der regionalen Rohstoffgrundlage ist nur in konzertierter Herangehensweise zu lösen. Aus diesem Grund werden die Akteure der Branche mit pro agro e. V. und FÖL e. V. daran arbeiten. Das Clustermanagement wird die Aktivitäten weiter unterstützen.
  2. Die Gemeinschaftsverpflegung bietet Wachstumschancen für die regionalen Produzenten. Hier soll auf Erfahrungen aus bereits durchgeführten Workshops aufgebaut werden. Im öffentlichen Bereich sind Ausschreibungsvorgaben hemmend für den Einsatz regionaler Rohwaren. Regionalität darf aus wettbewerblichen Gründen allein kein Kriterium darstellen. Im Rahmen einer breiten Diskussion müssen Nachhaltigkeitskriterien ge-funden werden, die von den Produzenten bedient werden können und den Einsatz von Regionalität in der Gemeinschaftsverpflegung erleichtern. Eine Anschubnachfrage aus der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung soll unterstützt werden.
  3. Für die Regionalvermarktung sollen die Chancen von regionalen Marken weiter genutzt und ausgebaut werden. Bestehende interne Workshops mit Regionalinitiativen sollen durch Erfahrungsaustausch mit anderen Regionen Deutschlands ergänzt werden.
  4. Die Studie zum Landesmarketing hat ergeben, dass Brandenburg in der bundesweiten Wahrnehmung noch zu wenig präsent ist. Für den überregionalen Absatz von regionalen Lebensmitteln ist dies nicht günstig. In diesem Sinne kann die Lebensmittelvermarktung von einem verbesserten Landesimage deutlich profitieren.

"Die Landschaft essen“

Mit diesen Worten beschrieb einer der Referenten am 10. Brandenburger Tag der Direktvermarktung und des Ernährungshandwerks kurz und eindrücklich die Bedeutung regionaler Produkte für die Region. Zu dem Branchentreff, der alljährlich von dem Verband pro agro GmbH und dem Forum gemeinsam am Seddiner See durchgeführt wird, kamen etwa 70 Produzenten und Direktvermarkter sowie Netzwerkakteure der regionalen Entwicklung. Auch Herr Dr. Benthin, Leiter der Heimvolkshochschule am Seddiner See und Gastgeber, wies auf den Zusammenhang von Produkten aus der Region für den Gemeinsinn und die Identität der dort lebenden Menschen hin und nannte die Direktvermarkter „Botschafter der Regionen“. Dem schloss sich Hanka Mittelstädt, Vorstandsvorsitzende von pro agro an, die Direktvermarkter würden das Land kulinarisch vertreten.

Eine aktuelle Studie, auf die Minister Jörg Vogelsänger schon in seiner Eingangsrede verwies, beweist erneut, dass regionale Produkte einen hohen Stellenwert beim Kunden haben. Ein Großteil der Kunden, die regelmäßig zu regionalen Produkten greifen, ist sogar bereit, dafür bis zu einem Fünftel mehr zu bezahlen. Zwar liegt das Marktsegment im einstelligen Prozentbereich, dennoch besteht Wachstumspotenzial, ebenso wie im Bereich Bioprodukte, nicht nur bei der Direktvermarktung, sondern auch bei der Positionierung regionaler Produkte und Zutaten im Großhandel. Die Studie wurde in der Schweiz erstellt, die Ergebnisse könnten jedoch im Wesentlichen auf Deutschland übertragen werden, so Referent Dr. Stephan Feige von der htp St. Gallen Management AG.

In Praxisberichten aus Unternehmen und Projekten wurde ferner der Bezug von regionalen Produkten zum Tourismus benannt. „Produktion gestaltet Landschaft“, erklärte Josephine Lenk, Mitarbeiterin im Regionalmanagement für die LEADER-Region Havelland bei der complan GmbH. Zudem berge das Gastgewerbe Potenziale zur Vermarktung regionaler Produkte.  

Weitere Erkenntnisse und Hinweise zur Direktvermarktung, von praktischen Ratschlägen zur Sortimentsgestaltung im Laden und auf dem Markt oder hilfreicher IT-Software bis hin zum Nutzen von Netzwerken und Zusammenschlüssen erhielten die Teilnehmenden von den anderen eingeladenen Referenten und Unternehmern.

Link zu den Vorträgen auf der Website von pro agro


Handbuch zur Regionalvermarktung erschienen

Der Bundesverband der Regionalbewegung möchte Regionalvermarktungsinitiativen unabhängig von ihrem Erfahrungsstand, ihrer Größe oder ihres Sortiments unterstützen und professionalisieren. Auf Grund der Vielzahl unterschiedlicher Formen von Regionalvermarktungsinitiativen ist die Vorgabe eines exakten Lösungswegs nicht möglich. Daher gibt das Handbuch Hilfen und Erfahrungswerte für die Vorbereitung der eigenen Entscheidungen. Gleichwohl soll der Leitfaden konkrete Unterstützung geben und das Arbeitsfeld der Regionalvermarktung in seiner ganzen Breite beleuchten.

Das Handbuch zur Regionalvermarktung beinhaltet die Bereiche der Regionalvermarktung, darunter auch:

  • Qualitäts- und Herkunftssicherung
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Im Handbuch sind auf insgesamt 86 Seiten zahlreiche praktische Beispiele enthalten, die Wege zeigen, die Regionalvermarktungsinitiativen aktuell gehen. Diese Beispiele dienen als Entscheidungshilfen für das eigene Handeln oder dafür die Lösung von Problemen abzuleiten.

Unter dem angegebenen Link kann das Handbuch bestellt werden.


Schmeckt die Region?

Der Geschmackstage Deutschland e.V. veröffentlicht im Rahmen der Grünen Woche 2018 eine neue Studie zu Regionalität der Produkte aus Erzeugersicht. Im Januar 2017 erschien bereits die Studie „Schmeckt die Region?“ zur Verbrauchersicht.


Wer weiter denkt, kauft näher ein

Einmal im Jahr dreht sich rund um das Erntedankfest alles um die Stärken unserer Regionen. In einem mehrwöchigen Aktionszeitraum macht der Tag der Regionen in Hunderten von Projekten, Veranstaltungen, Festen, Ausflügen, Märkten und anderen Events sichtbar, wer hier in Deutschland alles einen Beitrag dazu leistet, regionale Wirtschaftskreisläufe zu erhalten. Die Aktionen wollen den Menschen vermitteln, dass es Spaß machen kann, regional, sozial und umweltbewusst zu wirtschaften bzw. zu handeln und wie nachhaltig es ist, mit bewussten (Kauf-)Entscheidungen Regionalkultur zu unterstützen.

Der Tag der Regionen ist für alle! Für die, die in ihrer Region selbst aktiv sind (z.B. im Bereich der Landwirtschaft, Handwerk, Dienstleistung, Tourismus, bürgerschaftliches Engagement...) und für alle, die ihre eigene Region aktiv und nachhaltig unterstützen möchten (z.B. als Nachbar, Kunde, Tourist, Vereinsmitglied...).
Der Tag der Regionen ist ein Projekt vom Bundesverband der Regionalbewegung.
In die Regionen getragen wird er durch ein bundesweites Aktionsbündnis und zahlreiche Akteure vor Ort. Jeder und jede ist eingeladen, mitzumachen!

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