Forum News

Das Forum versendet alle zwei Wochen News an LEADER-Akteure aus Brandenburg und an Personen, die an der ländlichen Entwicklung Brandenburgs interessiert sind. Die Forum News informieren Sie über Angebote des Forums sowie Neuigkeiten im Brandenburger Netzwerk, enthalten Tipps für Veranstaltungen und Wettbewerbe deutschlandweit und greifen verschiedene Themen der ländlichen Entwicklung auf.

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Aktuelles vom Forum

September 2018

Wirkung und Nutzung innerörtlicher Blühflächen - Partnerveranstaltung von Heimvolkshochschule und Blühstreifenverein

Das Interesse an dem Nachmittagsrundgang war groß: der bereitgestellte mittelgroße Reisebus reichte nicht aus, um alle Interessierten zu den ausgewählten Blühflächen in der Umgebung von Beelitz zu fahren, so dass auch noch ein PKW zum Einsatz kam. Vertreten waren Bürgermeister und Ortsvorsteher, Mitarbeiter aus Bau- und Naturschutzverwaltungen sowie private Interessierte. Die Veranstaltung war von der Heimvolkshochschule am Seddiner See und dem Verein Blühstreifen Beelitz organisiert worden. Der Verein setzt sich seit einigen Jahren für das Thema Blühstreifen und Artenvielfalt ein und hat bereits zahlreiche Landwirte und private Akteure dafür gewinnen können.

Ziel war es, über die Wirkung und den Nutzen innerörtlicher Blühflächen für die Insektenwelt und die Artenvielfalt in Flora und Fauna zu informieren. Gemeinhin denkt man vor allem an großflächige Blühstreifen am Rand von Ackerflächen. Doch auch innerhalb des Dorfs können Blühflächen angelegt werden und haben ihren Wert. Die Gemeinde kann im Straßenraum tätig werden, Hausbewohner im Garten und auf den Flächen rund ums Haus.

Nach einer Einführung in das Thema (Vortrag) an der Heimvolkshochschule führten Kerstin und Lutz Pahl die Gruppe mit fundierter Sachkenntnis und zahlreichen Erfahrungswerten aus der Praxis durch den Nachmittag. Bodenbearbeitung vor der Aussaat, Pflege und Bewirtschaftung, Saatgutauswahl und die Kommunikation mit Nachbarn und Öffentlichkeit wurden erläutert und viele praktische Hinweise gegeben.

Die besichtigten Flächen liegen in privaten Gärten. Von den Gartenbesitzern, mit denen zum Teil Gespräche vor Ort möglich waren, konnten die Teilnehmer/innen erfahren, dass sie durchweg positive Erfahrungen gemacht hatten und es, entgegen mancher Vermutung, bisher keine Probleme mit den Nachbarn gab, die sich beispielsweise durch Pollenflug der Wildpflanzen gestört fühlen. Das Engagement für die Natur und Umwelt, dazu eine rege Neugier und Freude an dem, was sich unerwartet und ohne eigenen Einfluss auf den Wildpflanzenflächen entwickelt, zeichnen die privaten Akteure aus. Die Flächen sind allesamt in den Gärten angelegt, neben Rasenflächen und Staudenbeeten. In einem der Gärten hat sich ein bis zu 2 Meter hohes Wildpflanzenfeld entwickelt, dort ist eine gute Wasserversorgung der Pflanzen vorhanden. Der Besitzer hat Wege hineingemäht, auf denen man die Fläche nun auch innen begehen und viele ansonsten verborgene Pflanzen und Insekten entdecken kann. Zusätzlich wird dadurch eine zweite Blüte vieler Wildpflanzen erreicht und man kann die unterschiedlichen Vegetationsphasen sehen und nachvollziehen. Damit eignet sich eine solche Fläche auch für Besichtigungen und Umweltbildung.

Eine wesentliche Erkenntnis für die positive Wahrnehmung der Blühflächen ist, dass diese als gewollt und werthaltig erkennbar sein müssen. Dazu ist erstens eine Beschilderung im öffentlichen Raum sinnvoll, die den Nutzen heimischer Wildpflanzen für die Insektenwelt und deren Bedeutung in der Nahrungskette von Mensch und Tier erklärt. Als Partner des Blühstreifen Beelitz e.V. können Anleger von Blühflächen auch dort Schilder erhalten. Damit wird zudem deutlich, dass es sich nicht um eine einzelne Aktion, sondern ein fundiertes Vorhaben im Rahmen einer größeren Initiative handelt. Es erweist sich außerdem als äußerst sinnvoll, die Wildpflanzenflächen deutlich sichtbar von den anderen Garten- und Grünbereichen abzugrenzen, also nicht fließend übergehend, sondern zum Beispiel mit einer Hecke oder anderen Einfassung. Sie kommen dann besser zur Geltung, und es wird der Eindruck vermieden, dieser Bereich sei einfach verwildert oder nicht gepflegt. Ein solcher Eindruck kann, so berichteten einige der Teilnehmer/innen, insbesondere im Straßenraum dazu führen, dass sich Bewohner über mangelnde Pflege bei der Gemeinde beschweren oder sich sogar Unrat auf diesen Grünflächen ansammelt. Denn Wildpflanzenflächen sehen im Jahresverlauf und auch von Jahr zu Jahr unterschiedlich aus und entsprechen nicht jedermanns Bild von einer gepflegten Grünfläche. Heimische Wildpflanzen werden meist als unerwünschtes Unkraut wahrgenommen und aus intensiv gepflegten Flächen entfernt. Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, doch beim Nachmittagsrundgang Anfang September 2018 waren auch die vorher skeptischen Teilnehmenden von den besichtigten Blühflächen sehr angetan.

Für Kommunen lohnt sich ein Preisvergleich: vor der Anlage einer Blühfläche mit Wildpflanzen muss der Boden vorbereitet werden, danach kommt die Fläche mit sehr wenig Pflege, seltener Mahd und fast ohne Bewässerung aus. Manchmal ist es sogar ausreichend, die Fläche ruhen zu lassen und die ungestörte Entwicklung zu beobachten, die zuweilen zu einem guten Blühergebnis führt, weil sich noch genügend Samen von heimischen Wildpflanzen im Boden befinden. Gegenüber beispielsweise einer intensiv gepflegten Rasenfläche kann dies zu deutlichen Kosteneinsparungen führen. Da die Kosten für die Bewirtschaftung regional unterschiedlich sind und davon abhängen, wie die Fläche bisher genutzt wird, sollte hier aber genau gerechnet werden, wenn die Kosten ein wesentliches Argument für die Wildpflanzeneinsaat sind. Vor allem punkten die Vertreter von Dorf und Gemeinde jedoch mit ihrer Vorbildfunktion: sie können den Auftakt geben und einen Impuls setzen, indem Blühflächen im Ort sichtbar und zum Gespräch werden. Die Diskussion um Artenvielfalt, Natur und Umwelt kann angestoßen, Bildungsangebote, Projekte in Schule und Kita können organisiert werden. Es gibt außerdem erste Beispiele, bei denen Dörfer ihre Identität und ihr eigenes Profil mit Wildpflanzen entwickelt haben, wie im Amt Lebus, wo alljährlich Frühjahrswanderungen an den Oderbergen zu den Adonisröschen für Einheimische und Gäste angeboten werden.

So können innerörtliche Blühflächen zum Dialog und zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im Ort führen, das Ortsbild verbessern, das Profil des Dorfs oder der Gemeinde schärfen und es attraktiver machen und gleichzeitig einen eigenen Beitrag zu Artenvielfalt in Flora und Fauna leisten.


August 2018

DorfDialog des Forums von Staatskanzlei als Demografie-Projekt des Monats ausgezeichnet

Der Fahrplan fürs Dorf, den das Forum im Rahmen des DorfDialogs anbietet, wurde von der Staatskanzlei des Landes Brandenburg als Demografie-Projekt des Monats ausgezeichnet. Im Rahmen eines aktuellen Seminars mit dem Dorf Spaatz in der Gemeinde Havelaue übergab Martin Gorholt, Chef der Staatskanzlei, (Foto Mitte) die Urkunden an den Ortsvorsteher von Spaatz, Silvio März, und Franziska Ullrich vom Forum.

Das Land vergibt diese Auszeichnung seit 9 Jahren an Projekte und Initiativen, die vor Ort zur Bewältigung des demografischen Wandels beitragen, Lösungsansätze vor Ort entwickeln und anderen als gutes Beispiel dienen können.

Mit dem Seminar Fahrplan fürs Dorf können Dörfer und Gemeinden ihre Dorfentwicklung voranbringen. Nach einem Vor-Ort-Gespräch mit Ortsbegehung, bei dem der Bedarf mit den Verantwortlichen im Ort geklärt wird, entwickelt das Forum ein individuell maßgeschneidertes Programm für das anderthalbtägige Seminar. Dieses wird im Sinne einer Klausurtagung in der Heimvolkshochschule am Seddiner See durchgeführt, so dass sich die Teilnehmenden voll und ganz darauf einlassen können. Für eine angenehme Atmosphäre und das leibliche Wohl wird gesorgt, der gesellige Austausch am Abend trägt zu Entspannung und Gemeinschaftssinn bei. Die Moderation des Seminars übernimmt das Forum, bei besonderem Bedarf können Fachleute für Beiträge zu bestimmten Themen herangezogen werden. Der Fokus liegt jedoch auf dem eigenen Erarbeiten der Themen, Ziele und Aufgaben durch die Orts- und Gemeindevertreter. Das konzentrierte Arbeiten an den vordringlichen Themen des eigenen Dorfes und der Gemeinde sowie das strukturierte Vorgehen im Rahmen der externen Moderation schaffen Klarheit über Prioritäten und die nächsten Schritte und motivieren wieder für gemeinsame Aufgaben und Projekte. Die Teilnehmenden können für dieses Seminarangebot Angebot eine Bildungsfreistellung bei ihrem Arbeitgeber beantragen.


Juni 2018

"Grün-Check" zur Ortsbildgestaltung

Der gut besuchte Workshop zur „Ortsbildgestaltung – Grün im Dorf“ brachte viele Anregungen und Erkenntnisse für die Teilnehmer/innen ebenso wie für die Fachleute und Veranstalter.

Attraktiv gestaltete Orte entwickeln sich öfter zu lebendigen und wirtschaftlich gut aufgestellten Dörfern, das zeigte Gerd Strütt am Beispiel mehrerer brandenburgischer Dörfer, an deren Gestaltung er als Landschaftsarchitekt in den 90er Jahre beteiligt war. Ein direkter kausaler Zusammenhang lässt sich zwar nicht herstellen, doch liegt die Annahme nah, dass mit einem einladenden Ortsbild und einem harmonischen Gesamteindruck leichter neue Bewohner sowie Betreiber von Gaststätten, Unternehmer und andere Engagierte zu gewinnen sind. Der gemeinsame Einsatz für die Ortsbildgestaltung setzt zudem ein gutes Zusammenwirken von Kommunalvertretern und Bürger/innen voraus und fördert wiederum ein konstruktives Miteinander und eine lebendige Dorfgemeinschaft. Wie sich die Kulturgeschichte in den Brandenburger Dörfern widerspiegelt und wie eine ortstypische Gestaltung heutzutage aussehen kann, hatte zuvor Sophia Dehn von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde ausgeführt.

Dass es eine große Herausforderung bedeutet, nicht nur die unbedingt erforderliche Grünpflege vorzunehmen, sondern das Grün in den Dörfern ortstypisch zu gestalten und so deren Attraktivität zu erhöhen, und auch die Bewohner zu gemeinsamen Aktivitäten zu motivieren, wurde deutlich im Vortrag von Franz-Christoph Grund, Fachbereichsleiter der Bauverwaltung in der Stadt Belzig. Die Stadt zieht mehrere Register, um ihre umfangreichen Aufgaben bei der Grünpflege bestmöglich zu erfüllen und dabei kosteneffizient zu arbeiten. Doch nicht nur das: sie setzt sich auch neue Ziele, entwickelt die Grünbereiche weiter und spornt die Anwohner an, beispielsweise mit dem Wettbewerb „Bad Belzig blüht auf“, sich selbst zu engagieren.

Dr. Sabine Bauer, Geschäftsführerin der AG Historische Dorfkerne und Mitveranstalterin, stellte den Orientierungsrahmen vor, der die eigene Erarbeitung von Leitlinien für die Gestaltung von kleinen Ortschaften für die Gemeinden erleichtern soll. Er wurde kürzlich vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung veröffentlicht. Anhand einer Gestaltungsmatrix werden dort die Kategorien aufgeführt, die einer Bestandaufnahme unterzogen werden sollten. Das sind beispielsweise die Fassaden der Häuser, die Einfriedungen der Grundstücke oder die im Außenbereich verwendeten Farben und Materialien. Dabei liegt bei der Gestaltung ländlicher Ortschaft oft die „Schönheit im Einfachen“.

Für den „Grün-Check“, der zu verschiedenen Haltepunkten in Dippmannsdorf führte, hatten die Veranstalter die Kategorien herausgegriffen, die für das Grün im Dorf relevant sind. Eine Gruppe befasste sich mit den privaten Vorgärten und Außenanlagen, die andere mit der Grüngestaltung im öffentlichen Raum. Beide bewerteten außerdem auf die Einbettung des Ortes in die umgebende Landschaft. Unter ortskundiger Führung des stellvertretenden Ortsvorstehers, Klaus Gleisenring, und der Bauverwaltung Bad Belzig, Herrn Grund, und mit Hilfe von sachkundigen Hinweisen der begleitenden Fachleute erprobten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Einordnung der bewerteten Bereiche in einen einfachen, mittleren und gehobenen Standard der Ortsbildgestaltung.

Die Diskussion und die Auswertung des Feedbacks ergaben, dass die Teilnehmenden insbesondere die Kategorien als hilfreich empfanden, die betrachtet werden sollen, und worauf hier zu achten ist. Bei der Bestandsaufnahme von Vorgärten und Außenanlagen ist beispielsweise die Abgrenzung zum öffentlichen Raum ein entscheidendes Kriterium: wie ist das Grundstück abgegrenzt, mit Zaun oder Hecke? Wir wirkt dies? Welche Materialien oder Pflanzen wurden verwendet, wie passen sie zum Nachbargrundstück und zum Gesamtbild? Sind sie ortstypisch und geeignet, den ländlichen Charakter des Dorfs zu unterstreichen? Ist eine Abgrenzung überhaupt notwendig, oder könnte der Vorgarten an der Hauptstraße offen zum Gehweg und zum Straßenbegleitgrün übergehen? Was kann die Kommune tun, um die Gestaltung zu einem harmonischen und unverwechselbaren Gesamtbild hinzuführen? Ein fachlicher Tipp am Beispiel Dippmannsdorf: das Straßenbild durch einen „grünen Gürtel“ harmonisieren, indem das Straßenbegleitgrün mit sich wiederholenden, halbhohen Gehölzen aufgewertet wird und so die Individualität der Privatgärten optisch einfasst.

Der Orientierungsrahmen enthält sachliche Hinweise und Tipps zur Ortsbildgestaltung, jedoch keine Vorschriften oder definierten Vorgaben. Jede Gemeinde kann ihren eigenen Weg finden. Nur eines ist stets gleich wichtig: Der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Dorfrundgänge, Wettbewerbe und Prämierungen von guten Vorbildern können zum gemeinsamen Verständnis beitragen und so kann der Wille für die harmonische Gestaltung des Ortsbilds wachsen. Denn bei aller Unterschiedlichkeit der subjektiven Bewertung wirkt doch ein stimmiges, unverwechselbares Ortsbild auf den Laien gleichermaßen anziehend und positiv wie auf den Experten.


Mai 2018

Vorauswahl des Brandenburger Kandidaten für bundesweiten Wettbewerb "Gemeinsam stark sein"

Mit dem Wettbewerb zeichnet die Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume (dvs) die besten Projekte aus den LEADER-, ILE- und Vital-Regionen der Bundesländern aus. Ziel ist es, beispielhafte und originelle Projekte zu ehren und über die regionalen Grenzen hinaus bekannt zu machen.

Beim letzten Wettbewerb wurde das Brandenburger Projekt "Bürger- und Kreativhaus Zur alten Mühle Bruchmühle" als Bundessieger gekürt.

Das Forum begleitet die Vorauswahl des diesjährigen Brandenburger Kandidaten aus dem Bereich Tourismus und Naherholung. mehr


Mai 2018

DorfDialog - gute Ergebnisse für Groß Leuthen

Die Gemeinde Märkische Heide hat den DorfDialog des Forums genutzt, um sich ausführlich mit der Ortsentwicklung von Groß Leuthen zu befassen. Die Bürgermeisterin, Annett Lehmann, und Mitarbeiterinnen der Verwaltung, mehrere Ortsvorsteher aus der Gemeinde sowie Vertreter einer Bürgerinitiative trafen sich an einem sonnigen Samstag im Mai und diskutierten engagiert und mit Sachkenntnis, in welche Richtung sich das Dorf und die Gemeinde entwickeln können und welche Projekte vorrangig sind. Der Tourismus wurde als wichtiges Zugpferd eingeschätzt, um die Wirtschaftskraft anzukurbeln und so auch mehr Mittel für die Daseinsvorsorge zu generieren. Mit dem Ausbau des Wegenetzes, der Vermarktung regionaler Produkte und der Inwertsetzung der Naturräume sowie kulturellen Angeboten sind für den Tourismus mehrere Teilvorhaben zu bearbeiten. So kommt dieses Thema ganz oben auf die Agenda für die kommenden Monate. Melanie Kossatz, Regionalmanagerin der LEADER-Region Spreewald Plus stellte die Fördermöglichkeiten vor, die für das Gemeindeentwicklungskonzept oder für Investitionen in Märkische Heide in Frage kommen. Damit gibt es auch gute Perspektiven für die konkrete Umsetzung. Nun gilt es, die konkreten Aufgaben zu definieren und Verantwortliche zu bestimmen. Am Engagement in der Gemeinde Märkische Heide wird dies sicher nicht scheitern. Die Teilnehmenden des Workshops waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis und dankbar für den Austausch, der das gemeinsame Verständnis für die Dorfentwicklung gestärkt habe.


März/April 2018

Einzigartige Verkaufsargumente im Dorfladen

Wer glaubt, in einem Dorfladen eine übersichtliche Auswahl von Artikeln in verstaubten Regalen zu finden, irrt sich. Dorfläden haben mittlerweile ein breites Sortiment und verstehen es immer mehr, ihre Kunden mit besonderen Angeboten, regionalen Produkten und persönlicher Ansprache zu locken.

Beim Marketing wird ihnen ebenso viel abverlangt wie etablierten Handelsketten. Produkte, Qualität und Preise müssen stimmen, nur eine attraktive Präsentation der Waren lässt die Käufer zugreifen und auch im Dorfladen sind Aktionen üblich, die auf besondere Angebote aufmerksam machen und die Kundenbindung erhöhen. Dabei können Bewohner des Dorfes und stille Gesellschafter schon bei der Gründung des Ladens durch Beteiligungsaktionen gewonnen werden. Mit Regionalität, frischen Produkten als Kernangebot und der Nähe zum Kunden können Dorfläden trumpfen und trotz kleinerem Einzugsbereich und weniger Marktmacht ihren individuellen Erfolg sichern.

Unabdingbar ist eine professionelle Betriebsführung. Die Rechtsform ist sorgfältig abzuwiegen, um schlanke Strukturen einerseits sowie Rechtssicherheit und klare Zuständigkeiten auf der anderen Seite zu gewährleisten. Insbesondere, darauf wies der Referent Wolfgang Gröll aus dem bundesweiten Dorfladen-Netzwerk hin, ist der wirtschaftliche Betrieb des Ladens von sozialen und kulturellen Angeboten für Bürger/innen und Bürger, die oft Teil eines gemeinsamen Dorfzentrums sind, gesellschaftsrechtlich erst einmal auseinanderzuhalten. Denn auch bei professionellem Vorgehen und viel Engagement der Betreiber ist ein Dorfladen kein Selbstläufer und sollte nicht mit Belangen überfordert werden, die dem Betrieb nicht dienen. Ergänzende Dienstleistungen wie Bank-, Post- oder Apothekenservice und das Dorfladen-Café sind auf der anderen Seite häufig wichtige und notwendige Ergänzungen für die Wirtschaftlichkeit des Dorfladens. Diese Standbeine sollten im Vorhinein sehr genau geprüft und mit der Gemeinde und den Bürger/innen geklärt werden. Dazu kann auf fundierte Beratung und Erfahrungswissen der verschiedenen Dorfladen-Netzwerke zurückgegriffen werden.

Zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus sieben Landkreisen aus dem Land Brandenburg nahmen an dem ersten Seminar der Dorfladen-Reihe im März 2018 beim Forum teil. Darunter waren gestandene Unternehmerinnen ebenso wie Bürger/innen aus Dorfinitiativen und Ortsvorsteher. Das Fazit: jeder konnte wichtige Kenntnisse aus dem Seminar ziehen, entweder generelle Erkenntnisse zur Gründung des eigenen Dorfladens oder sehr praktische, wie zur Einbindung der Bürger/innen mit Aktionen oder zur Aufstellung des eigenen Sortiments. Mit der Ladengestaltung und dem Sortiment wird sich auch das kommende Seminar Ende April befassen, das in gleichem Rahmen und ebenfalls mit W. Gröll als Referenten am Seddiner See stattfinden wird.  Anmeldung

Und werden bald alle online einkaufen? Nein. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass sich dafür bisher kaum 4% der Bevölkerung interessieren. Mehr zu Digitalisierung und Dorfladen erfahren Sie beim dritten Seminar zum Thema Anfang November 2018.


Vom 19. bis 28. Januar waren wir auf der Grünen Woche in Berlin mehr

Was spricht für ein Leben auf dem Land?

Bei der Umfrage auf der Grünen Woche 2017  haben sich 228 Gäste an unserem Messestand beteiligt haben, 60% aus der Stadt (davon zur Hälfte aus Berlin), und 40% Menschen, die auf dem Land wohnen.

Als wichtigste Gründe für ein Leben auf dem Land wurden Natur und frische Luft, Erholungsmöglichkeiten, sowie die Nachbarschaft im Dorf genannt. Doch es wurden auch die Probleme benannt, und dafür Verbesserungsvorschläge gemacht.

Hier finden Sie alle Ergebnisse als Grafiken:IGW-2017_Ergebnisse-Umfrage


Dezember 2017

Qualität im Agrotourismus entlang der gesamten "Customer Journey"

Beim 8. Tag des ländlichen Tourismus, den der Verband pro agro e.V. gemeinsam mit dem Forum am 6. Dezember ausrichtete, wurde der Qualitätsaspekt als Kernelement des Tourismus in Brandenburg hervorgehoben. Der Gast reist in einer Region und nimmt dort den Service des Gastgewerbes und der Gastronomie, kulturelle und Freizeitangebote als Gesamteindruck wahr. Insofern ist es wichtig, dass die Qualität aller Angebote gleichermaßen hoch ist und die Anbieter Hand in Hand arbeiten, entlang der gesamten "Customer Journey".

Heute ist der Agrotourismus, zu dem die Ferien auf dem Bauernhof ebenso wie spezielle Landurlaubsangebote gehören, ein wichtiges Standbein der Wirtschaft und trägt wesentlich zur eigenen Identität der Regionen bei. Herr Dr. Fehse, Stellvertretender Vorsitzender des Landestourismusverbands Brandenburg e.V., erläuterte, dass sowohl Gäste wie Bewohner der Region die touristischen Angebote nutzen. Er betonte, dass die Erlebnisqualität wesentlich sei. Die Qualitätsoffensive des Landes richtet sich aktuell auf die Qualität der Radwege und der damit verbundenen Angebote. 14,6 Millionen Radurlaube und 45 Millionen Radausflüge verzeichnet des Land Brandenburg pro Jahr (2016).

Deutschlandweit sind 10.000 Anbieter im Agrotourismus aktiv, mit 310 Anbietern belegt Brandenburg den siebten Platz. Dafür ist der Anteil der Reiterhöfe in Brandenburg mit 40% etwa dreimal so hoch wie der bundesdeutsche Durchschnitt. Fehlende Infrastruktur wirkt sich insbesondere auf agrotouristische Anbieter ungünstig aus, so ein weiteres Ergebnis der vorgestellten Studie zum Marktpotenzial im Agrotourismus. Als Förderung werden deutschlandweit insbesondere Mittel zur Diversifizierung in der Landwirtschaft aus ELER genutzt. Erfreulich war die Erkenntnis der Forscher, dass die Förderung in Brandenburg besonders gut gelungen ist durch die vernetzten Aktivitäten und die regionalen Entwicklungsstrategien.

Die Vorträge und Ergebnisse sowie zwei Praxisbeispiele attraktiver touristischer Anbieter aus Brandenburg finden Sie im Veranstaltungsarchiv.


Erhalt und Entwicklung der Kulturlandschaft: Standortfaktor für den Ländlichen Raum

Unter diesem Titel bietet die Arge Ländlicher Raum, in der auch das Forum ländlicher Raum - Netzwerk Brandenburg Mitglied ist, eine eigene Begleitveranstaltung im Rahmen des BMEL-Zukunftsforums auf der Grünen Woche an. 

Kulturlandschaften werden vom Menschen geprägt und gleichzeitig als Heimat empfunden. Wie konstruieren wir heute Landschaft? Welche Rolle spielt sie für regionale Identitäten? Welche Perspektiven ergeben sich für planerisches Handeln? Lassen sich Dorfentwicklung, Tourismus, Landnutzung und Naturschutz so kombinieren, dass eine neue und lebenswerte Landschaft entsteht? Zu diesen Fragen werden vier Wissenschaftler ihre unterschiedlichen Untersuchungen und Erfahrungen im Umgang mit der Kulturlandschaft präsentieren. Danach besteht ausreichend Gelegenheit zum Austausch mit den Referenten.


Oktober 2017

Wohnraum für jung und alt – anders leben im Dorf

Einen Fahrplan für’s Dorf zum neuen Wohnen erarbeiteten sich VertreterInnen aus der Gemeinde Bronkow (Amt Altdöbern, Landkreis Oberspreewald-Lausitz) und dem havelländischen Pausin (Ortsteil der Gemeinde Schönwalde-Glien) am 13. und 14. Oktober 2017 in der Heimvolkshochschule am Seddiner See. In diesem anderthalbtägigen Vertiefungsseminar des DorfDialogs unter fachkundiger Anleitung von Dr. Sabine Bauer vom Büro querfeldein wurden eigene Ideen und Ansätze aus den Dörfern aufgegriffen und gemeinsam weiterentwickelt.

Impuls-Beiträge zu neuen Wohnformen für ältere Mitmenschen von Hendrik Nolde (Fachstelle Altern und Pflege im Quartier) und zu Finanzierungsmöglichkeiten von Michael Franke (Regionalmanagement der LEADER-Region Energieregion Lausitzer Seenland) rundeten das DorfDialog-Seminar ab und ließen es in konkrete Handlungsschritte für das Weiterarbeiten zu Hause in den Dörfern münden. Nicht zu vergessen der Austausch untereinander von Dorf zu Dorf: er inspirierte die SeminarteilnehmerInnen und verhalf allen zu einem Motivationsschub für weitere Aktionen im eigenen Dorf. (Vorträge hier)

"Wir Vertreter der Gemeinde Bronkow waren bereits zum zweiten Mal in Seediner See und wie das erste Mal begeistert. Wir wollen uns als Vertreter und interessierte Einwohner unserer Gemeinde aktiv dafür einsetzen, dass das Leben auf dem Land lebenswert bleibt, dass wir aktiv an möglichen Entwicklungen mittun, um auch wieder einen Zuzug in unsere Gemeinde zu erreichen. Wir sind heimatverbunden und prägen mit unserer Region das Typische des Landes Brandenburg. So entwickelten wir unterschiedliche Ideen, die wir teilweise bereits aktiv umsetzen konnten bzw. noch umsetzen wollen. Dafür bekamen wir in den Seminaren tolle Beispiele zur Kenntnis, durch eine gekonnte Seminarführung wurden gemeinsam strukturierte Arbeitsschritte erarbeitet und durch die wirklich guten Fachbeiträge, Finanzierungsmöglichkeiten (Förderung) und fachspezifische Hinweise und Sachverhalte vermittelt. Das alles geschah in sehr konstruktiver und kompakter Form, so dass wir sehr viel für unsere Vorhaben mitnehmen konnten", so Martina Möller, Bürgermeisterin der Gemeinde Bronkow.

Das Seminar des DorfDialogs war ein positiver Anlass um zu sehen, wie sich die Dörfer entwickelt haben und was wir noch verändern können, um die Attraktivität unseres Dorfes weiter zu steigern. Das dann daraus resultierende angestiegene Wertgefühl wird sich nicht nur positiv auf die Stärkung der Dorfgemeinschaft auswirken, sondern auch eine gute Grundlage für die Lebensqualität und die Ansiedlung neuer Bürger schaffen“, fasste Bärbel Eitner, Ortsvorsteherin von Pausin, ihre Eindrücke zusammen.


Brandenburger on Tour – LEADER-Austausch in Litauen

Am 25.09.2017 startete eine kleine brandenburgische Delegation zunächst in die litauische Hauptstadt Vilnius. Unter der Überschrift „Herausforderungen und Chancen für die Jugendlichen im ländlichen Raum“ fanden Gespräche im litauischen Landwirtschaftsministerium und in folgenden Tagen mit LEADER-Akteuren, Bürgermeistern und engagierten Bürgern in verschiedenen litauischen Distrikten statt.

In Litauen gibt es eine ähnliche Problemlage in Hinblick auf den Wegzug von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus den ländlichen Regionen in die Stadt wie in Brandenburg. Daher war es sehr interessant, viele (LEADER-)Projekte kennenzulernen, die diesem Wegzug entgegen wirken möchten. Mehr

Hier findet man auch ein kleines Video von dem LEADER-Austausch.


Grüne Woche

Auch im Januar 2018 wird das Forum wieder mit einem Messestand in der Halle 4.2 „Lust aufs Land“ vertreten sein, in der sich Vertreter der ländlichen Entwicklung vorstellen. Wir treten gemeinsam mit der Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holstein an, unserem bewährten Partner schon in den beiden vorangegangenen Jahren. Die Brandenburger LEADER-Regionen und Projekte sind herzlich eingeladen, sich an unserem Stand zu präsentieren.

Die ersten Messetage sind vor allem dem Austausch mit der Politik, dem bundesweiten Netzwerken im Rahmen des BMEL-Zukunftsforums und Fachgesprächen zur ländlichen Entwicklung gewidmet, die wir wieder im Zirkuswagen des Jugendzirkus Ubuntu führen werden. Brandenburger Projekte haben insbesondere vom 26. bis 28. Januar Gelegenheit, sich vorzustellen, Mitmachaktionen am Stand zu organisieren, Bühnenauftritte zu bestreiten und mit den Standbesuchern ins Gespräch zu kommen. An unserem Nachbarstand präsentiert sich das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement.

Seitens des Bundes wird Digitalisierung als Schwerpunktthema zur ländlichen Entwicklung aufgerufen. Alle Standpartner in der Halle 4.2. zur ländlichen Entwicklung werden Aktionen und Mitmachangebote zu Digitalisierung anbieten.


LEADER-Tagung des Forums am 19. Juli 2017 am Seddiner See:

Zum Abschluss des ersten Halbjahres 2017 veranstaltete das Forum ländlicher Raum – Netzwerk Brandenburg eine öffentliche Tagung zu "LEADER 2014-2020: Bilanz und Ausblick", die rund 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten. Vertreter von Landesministerien, Verbänden, Unternehmer und Landwirte, engagierte Menschen aus Vereinen und Initiativen sowie Vertreter von Brandenburger Landkreisen, Städten und Kommunen fanden sich im Tagungshaus der Heimvolkshochschule am Seddiner See ein.

Die Vorträge, Fotos und einen Nachbericht finden Sie im Veranstaltungsarchiv.


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